Wissenswertes zu Olivenölen aus der Provence

… Wir durchforsten die Provence nach kleinen Manufakturen, die Bioprodukte zum Genießen und auch für die Schönheit anbieten. Dabei wählen wir sorgfältig aus, was wir im Shop anbieten. Eines der Produkte ist Olivenöl, und darüber möchte ich heute etwas erzählen.

Dass Olivenöl gesund ist – das weiß schon jeder und ich bin allergisch gegen alles, was ich schlucken soll, nur weil es gesund ist. Ich habe immer nur das gegessen, was geschmeckt hat – und bin gut damit gefahren, auch gesundheitlich. Mit den Auszeichnungen unserer Olivenöle werde ich Sie auch nicht langweilen, mit AOP und Bio-Siegel und solche Sachen, obwohl unsere Öle das alles haben. Worüber ich sprechen werde, das ist, wie gut Olivenöl aus der Provence sein kann, und warum wir genau die drei Öle ausgewählt haben, die wir Ihnen anbieten.

Viele werden jetzt sagen: Olivenöl aus der Provence?

Das gibt es doch gar nicht! Es gibt Olivenöle aus Italien, Spanien, Griechenland und Nordafrika – aber provençialisches Olivenöl? Nie gehört.

Das ging uns genauso, bis vor ein paar Jahren. Dann haben wir öfters in der Provence Urlaub gemacht haben. Wer kennt die Provence? – Tolle Gegend, von Meer bis Hochgebirge ist alles da! Und das Klima! Vom Frost über den kalten Mistral bis zur sengenden Hitze kann man alles erleben. Aber ich will ja nicht über die Provence sprechen.

Wir kochen gerne, auch im Urlaub, und deshalb sind wir zu den Direktvermarktern gegangen und haben deren Olivenöle probiert. Und da haben wir auch die Geschichte gehört, warum Olivenöl aus der Provence unbekannt ist. Schuld ist der Winter 1956, der in der Provence außergewöhnlich hart war . Deshalb ist fast der ganze Bestand an Olivenbäumen erfroren. Erst langsam tragen neu gepflanzte Bäume wieder nennenswert. Olivenanbau ist nichts für Hektiker, da rechnet man eher in Jahrzehnten. Noch immer wird fast die gesamte Produktion im Land selbst verbraucht. Wir haben also die verschiedenen Sorten probiert und wo für uns vorher Olivenöl gleich Olivenöl war, haben wir jetzt die feinen Unterschiede bemerkt. Jede Region, jede Olivensorte, jeder Reifegrad hat ein eigenes Aroma und einen eigenen Geschmack.  Sie unterscheiden sich sogar von Producteur zu Producteur, wie die Bauern sich nennen.

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Die hochwertigen grünen Provence-Olivenöle haben das, was die Franzosen „Caractère“ nennen. Nach der grünen Kopfnote, die die Frucht herausschmecken lässt, hat der Körper eine gewisse Schärfe und der Abgang ist pfeffrig, der im Hals kratzt. Das alles sind Kennzeichen guter, unverfälschter, grüner Olivenöle. Es gibt auch schwarze Öle, das ist etwas anderes, über die spreche ich heute nicht, die haben wir aus bestimmten Gründen momentan auch nicht im Angebot. Wie man sie verkostet, zeigen wir Ihnen gerne an dem Stand von Arômes de Provence, der hat die Nummer 105, gleich hinter der Brücke.

Also, es gibt wieder Olivenöle aus der Provence, und nicht so viel, dass es zu den typischen Begleiterscheinungen der Massenproduktion kommt:

  • Anpassung an den Massengeschmack mit künstlicher Alterung (Ultraschall)
  • Panschereien und
  • mafiöse Geschäftsstrukturen.

Das kennt man nicht bei den kleinen Producteures. Warum? Seine Kunden sind auch seine direkten Nachbarn, und da kann er kaum verstecken, wie er sein Öl macht. Auf dem Land weiß sowieso jeder alles über den Nachbarn.

Wir haben also verschiedene Anbauer besucht und dabei genau auf einige Punkte geachtet.

  • Ist der Hof bio-zertifiziert?
  • Wie wird bewässert – von oben, oder Tropfbewässerung an den Wurzeln?
  • Wie werden die Schädlinge, vor allem die Ölfliege, bekämpft? Biologisch mit Kaolin oder chemisch?
  • Wie wird geerntet – gerüttelt, mit Stangen abgeschlagen oder von Hand?
    Die Erntemethode hat großen Einfluss auf den Geschmack. Denn bei der Handlese werden die schlechten Früchte direkt aussortiert. Die verletzten, die angegangenen, die durch Schädlinge und Pilze den Geschmack des Öls verfälschen.
  • Hat er eine eigene Ölmühle, auf der die eigenen Oliven verpresst werden?
    Wenn die guten Früchte innerhalb weniger Stunden in die Ölmühle kommen, geben sie ihr volles Aroma an das Olivenöl weiter, da hat der Schimmel keine Chance, der dem Öl einen dumpfen Geschmack gibt, und der Ölsäureanteil bleibt niedrig.
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Und so sind wir zu den drei Bio-Olivenölen gekommen, die wir Ihnen hier auf der Messe und in unserem Onlineshop mit gutem Gewissens anbieten können und das zu einem angemessenen Preis. Die Olivenöle von den Chateaus de Irgendwas, bei denen man unbestritten eine gute Qualität bekommt, aber vor allem ihren Namen bezahlt, haben wir von Anfang an aussortiert.

Unsere drei Hersteller zu Olivenöl aus der Provence

  • Bonaventure – aus dem Hochplateau bei Valensole. Er hat seine Bäume auf einer Anbauhöhe von 600 m, das ist in dieser Breite an der Grenze des Möglichen. Frost und Hitze führt zu kleinen Früchten, aber die haben es in sich, das sind so richtige kleine Geschmacksbomben.
  • Oliversion – liegt inmitten des Luberon auf einer Höhe von 300 m. Das Olivenöl ist etwas weicher im Geschmack – jeder nach seinem Gusto.
  • La Leutenant – liegt am Rande der Camargue fast auf Meereshöhe. Die Oliven bekommen also die Meeresluft mit.

Leider war die letztjährige Ernte bedingt durch die Ölfliege bei allen Herstellern sehr schlecht – wir konnten uns dieses Jahr nur kleine Bestände sichern. Wir kommen gerade aus der Provence, wo wir auch nach anderen Ölen gesucht haben. Spitzenöle haben wir keine mehr gefunden. Alle drei Olivenöle werden in reiner Handarbeit hergestellt und können deshalb nicht zu Discounter-Preisen angeboten werden. Aber ehrlich, wer einmal ein solches Olivenöl mal in der Küche benutzt hat, der nutzt Discounter-Öle nur noch zum Schmieren seiner Fahrradkette.

Was spielt also eine Rolle bei der Herstellung guten Olivenöls? Das ist fast wie beim Wein:

  • Die Frucht-Sorte – bei uns ist es die Aglandau.
  • Das Anbaugebiet – natürlich die Provence, aber die verschiedenen Höhenlagen spielen auch eine große Rolle.
  • Der Ausbau – von der Düngung und Bewässerung über das Beschneiden der Bäume bis zur Erntemethode zum richtigen Zeitpunkt.
    Oliven werden vom November bis zum Februar geerntet, dabei ändert sich der Reifegrad und die Farbe von grün bis schwarz. Wir haben Öle ausgewählt, die „tournante“, zwischen grün und schwarz, im Dezember geerntet wurden, die haben den meisten Charactère.
  • Die Verarbeitung – schonende, kühle Pressung direkt nach der Ernte.
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Ich könnte noch vieles über Olivenöl erzählen, aber ich habe nur eine Viertelstunde Zeit. Hier nur noch zwei Punkte:

  1. Ja – mit grünem Olivenöl kann man braten. Wenn es älter ist als drei Monate, verträgt es sogar Temperaturen bis gut 200 Grad.
  2. Und nein – gutes Olivenöl macht nicht dick! Ich habe im Laufe des letzten Jahres 20 kg abgenommen (metabolisch). Bei der Diät habe ich an vielem gespart, aber nicht an gutem Olivenöl.

Ich lade Sie ein zu unserem Stand 105 oder werden einen Blick auf www.provence-onlineshop.com . Wir haben da noch einige Spezialitäten für Sie, auch ganz spezielle Olivenöle mit Trüffel, Chili, Basilikum und Zitrone – die Zutaten werden alle direkt mit den Oliven zusammen verpresst, da wird kein Aroma zugesetzt.

Wir haben zum Kochen und Backen nicht nur Olivenöle im Angebot, sondern auch natürliche Bio-Aromen – lecker, sag ich Ihnen – und Duftwasser wie Fleur d’Orange, Rose, Lavendel und Minze. Das alles können Sie an unserem Stand probieren. In unserem Internet-Shop finden Sie auch Bio-Kosmetik. Grasse, die Welthauptstadt der Parfumeure, liegt ja schließlich auch in der Provence.

Noch mal – kommen Sie zu uns an den Stand! Denn das Leben ist zu kurz für billiges Essen mit schlechten Zutaten!

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